Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei

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Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei
Hoheitszeichen: Parteiadler steht über Hakenkreuz im Eichenblattkranz; wegen Blickrichtung nicht identisch mit dem Reichsadler zur Zeit des Nationalsozialismus.
Hoheitszeichen: Partei-Flagge der NSDAP (von 1935 bis 1945 (mit nach links versetztem Hakenkreuz) auch Nationalflagge des Deutschen Reiches)
Partei­vorsitzender Karl Harrer (1919–1920)
Anton Drexler (1920–1921)
Adolf Hitler (1921–1945)
Martin Bormann (1945)
Gründung 24. Februar 1920
Haupt­sitz München
Geschäftsstelle Berlin
Farbe(n) braun
Mitglieder­zahl ca. 8,5 Millionen (1945)

Die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) war eine in der Weimarer Republik entstandene politische Partei, deren Programm beziehungsweise Ideologie (der Nationalsozialismus) von radikalem Antisemitismus und Nationalismus sowie der Ablehnung von Demokratie und Marxismus bestimmt war. Ihr Parteivorsitzender war seit 1921 der spätere Reichskanzler Adolf Hitler, unter dem sie Deutschland in der Diktatur des Nationalsozialismus von 1933 bis 1945 als einzige zugelassene Partei beherrschte. Sie wurde nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 mit allen ihren Untergliederungen als verbrecherische Organisation verboten und aufgelöst, ihr Vermögen beschlagnahmt. 1949 wurde in der Bundesrepublik auch jede Werbung durch Schriften, Worte oder Kennzeichen für sie verboten. Eine solche Regelung war mit dem Verbotsgesetz in Österreich zwei Jahre zuvor getroffen worden.

Die NSDAP in der Weimarer Republik

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Anfänge und Verbot 1923

Reorganisation und Splitterpartei 1924–1930

Wahlerfolge seit 1930

Die Wahlergebnisse der NSDAP bei den Reichstagswahlen 1930 bis 1933

Die NSDAP an der Macht seit 1933

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Unterstützung durch Wirtschaft und Industrie

Parteitage

Parteiverbot

Struktur der NSDAP

Mitglieder

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Mitgliedszahlen und -kartei

NSDAP-Mitgliedschaft auch ohne Zustimmung?

 
Anwärter Politischer Leiter (Parteimitglied)[1]

Voraussetzung für die Mitgliedschaft in der NSDAP war ein eigenhändig unterschriebener Aufnahmeantrag.[2] Für den Jahrgang 1927 legte der zuständige Reichsschatzmeister am 7. Januar 1944 eine Herabsetzung des Aufnahmealters von 18 auf 17 Jahre fest. Bedingung für den Parteibeitritt war eine mehrjährige Mitgliedschaft in der Hitlerjugend.[3] Erhaltener interner Schriftverkehr der NSDAP belegt, dass auch im August 1944 nicht unterschriebene Aufnahmeanträge unbearbeitet zurückgegeben wurden.[4] Bis zu zwei Jahre konnten zwischen Aufnahmeantrag und der Aushändigung der Mitgliedskarte beziehungsweise des Mitgliedsbuches vergehen, erst dadurch wurde die Mitgliedschaft rechtskräftig.

Für eine Reihe von Angehörigen der „Flakhelfergeneration“ wie den Komponisten Hans Werner Henze, den Kabarettisten Dieter Hildebrandt, die Politiker Erhard Eppler und Horst Ehmke oder die Autoren Martin Walser und Siegfried Lenz liegen im Bundesarchiv NSDAP-Mitgliedskarten vor. Bis auf Eppler bestreiten jedoch alle Betroffenen, wissentlich Mitglied der NSDAP gewesen zu sein.

Dazu bemerkte der Historiker Norbert Frei, er halte „unwissentliche Mitgliedschaften prinzipiell für möglich“.[5] Der Freiburger Historiker Ulrich Herbert erklärt zu den Parteieintritten bei Kriegsende: „Die Absicht, möglichst viele – oder alle – Angehörigen einer HJ-Einheit zum Eintritt in die NSDAP zu bewegen, ist deutlich erkennbar“. Es sei durchaus möglich, dass einzelne NS-Führer zum Beweis ihrer Tüchtigkeit hohe Eintrittszahlen auch ohne die entsprechenden Unterschriften melden wollten; etwa zu „Führers Geburtstag“.[6] Allerdings gibt es für Parteiaufnahmen ohne Wissen der Betroffenen keine Belege, während die strenge Einhaltung der Aufnahmerichtlinien auch im Jahre 1944 gut durch Listen von Aufnahmescheinen dokumentiert ist. Demzufolge wurden auch bei Sammeleintritten etwa von Hitlerjungen nicht eigenhändig unterschriebene Aufnahmescheine durch den NS-Reichsschatzmeister zurück an die jeweilige Gauleitung geschickt und die Parteiaufnahme kam nicht zustande. So tauchen die Namen von Ehmke und Henze auf Sammellisten mit mehreren hundert Aufnahmeanträgen auf, von denen die nicht unterschriebenen Anträge allerdings unbearbeitet zurückgeschickt wurden (Ehmkes und Henzes Anträge wurden nicht beanstandet).[7][8]

Der Historiker Michael Buddrus vom Institut für Zeitgeschichte kommt deshalb zu dem Ergebnis, dass eine Aufnahme in die NSDAP ohne eigene Unterschrift unwahrscheinlich sei. Nach vorläufiger Einschätzung des Bundesarchivs sind die entsprechenden Parteivorschriften auch während des Krieges streng eingehalten worden.[9] In diesem Zusammenhang werden Forschungsdefizite beklagt, da es keine neuere Gesamtgeschichte der NSDAP und auch keine Darstellungen zu ihrem Aufnahmeverfahren gebe.[10]

 

Zu diesem Abschnitt gibt es Zeitzeugen-Wissen.

Benennungen

Auszeichnungen

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Uniformen des Großdeutschen Reiches, Verlag Moritz Ruhl, 1943, S. 72.
  2. Zum NSDAP-Aufnahmeverfahren Bundesarchiv
  3. Anordnung 1/44 des Reichsschatzmeisters im Faksimile beim Bundesarchiv
  4. Schreiben des Aufnahmeamtes vom 18. August 1944 an den Gauschatzmeister Düsseldorf im Faksimile beim Bundesarchiv, S. 1 und 2
  5. Interview mit Norbert Frei in der Wochenzeitung „Die Zeit“ bei Presseportal
  6. Südkurier Nr. 150 vom 3. Juli 2007, S. 11.
  7.  Malte Herwig: Hoffnungslos dazwischen. In: Der Spiegel. Nr. 29, 2007 (16. Juli 2007, online).
  8. Das doofe Dur der Angepassten, in: Weltwoche, 11. Februar 2009.
  9. Süddeutsche Zeitung vom 30. Juni 2007
  10. Malte Herwig: Verraten und verschenkt? Der Umgang mit der NS-Vergangenheit von Künstlern in Deutschland, in: Weltwoche, 25. Februar 2009.

Literatur

Weblinks